Operation der Bauchstraffung
Um das Risiko einer Wundheilungsstörung zu reduzieren, sollte bereits 2 Wochen vor einer Bauchstraffung bis zur Vollendung des Heilungsprozesses nicht mehr geraucht werden. Die Operation nimmt etwa 2 Stunden in Anspruch und der Patient wird in Vollnarkose versetzt. Der Operateur legt die Schnittführung meist fest indem berechnet, wie viel Gewebe entfernt werden muss. Abhängig vom Umfang der Bauchstraffung kann ein stationärer Aufenthalt von 1 bis 2 Tagen sinnvoll sein. Wurde ein sehr großer Gewebeüberschuss entfernt, kann ein längerer Aufenthalt notwendig sein.
Wie geht eine Bauchstraffung vor sich?
Als Grundprinzip der Bauchdeckenstraffung gilt, dass der überschüssiges Fett- und Hautgewebe entfernt werden soll. Dies geschieht durch einen Schnitt, welcher über dem Schamhügel beginnt und anschließend seitlich nach oben verläuft, also in Richtung der beiden Schambeinschaufeln. Die Schnittlinie kann sich problemlos an der normalerweise getragenen Kleidung wie Bikini oder Slip orientieren. Um eine möglichst große Menge Haut mobilisieren zu können, werden Bauchwand und Fettschicht voneinander getrennt, im Idealfall bis zum unteren Rand des Brustbeines. Nur dadurch kann mit der Bauchstraffung ein sehr guter Effekt bis zum Bereich des Oberbauches erzielt werden.
Im Rahmen dieser Operation schneidet der Arzt den Bauchnabel aus und näht ihn am vorgesehenen, neuen Platz ein. Es sollen so wenige Narben, wie möglich zurückbleiben. Daher verzichtet der Operateur, wenn möglich, auf einen senkrechten Schnitt und die sich daraus ergebende, senkrecht verlaufende Narbe, welche sich mittig vom Schamhügel bis zum Bauchnabel erstrecken würde.
Allerdings sind Befunde möglich, bei denen eine Bauchstraffung durchgeführt werden muss, bei der sich eine mittig verlaufende Narbe nicht vermeiden lässt:
Geringer Hautüberschuß:
In manchen Fällen ist nicht genug Haut vorhanden, die entfernt werden kann, um den ursprünglichen Bereich des Nabels in einer quer verlaufenden Narbe zu verbergen. Dieser Defekt kann dann nur mit einer kleinen, senkrecht verlaufenden Naht verschlossen werden.
Dieses steht im Gegensatz zur Minibauchdeckenstraffung bei der der Nabel überhaupt nicht versetzt wird, weil der Hautüberschuss auf den Unterbauch beschränkt ist.
Eine große Bauchstraffung:
Manchmal ist ein so großer Hautüberschuss vorhanden, dass der Operateur gezwungen ist, Haut nicht nur in senkrechter, sondern auch vertikaler Richtung zu entfernen. Dies hat eine mittig verlaufende, senkrechte Narbe zur Folge. Der Verlauf der Schnitte hat Ähnlichkeit mit einer Lilie. Aus diesem Grund nennen Mediziner die Schnitttechnik auch ‚Fleur de Lis‘. Leider entstehen für eine große Abdominoplastik meist deutlich höhere Kosten, als für die klassische Variante oder die Minibauchstraffung. Zudem ist mit einer längeren Wundheilungsphase sowie einer längeren Ausfallzeit zu rechnen. Die Nachbehandlung bei einer großen Abdominoplastik ist mit mehr Aufwand verbunden und somit auch mit höheren Kosten. Der Aufwand der Nachbehandlung ändert sich nur unwesentlich.
Hier erhalten Sie mehr Informationen zum Vergleich der klassischen Bauchdeckenstraffung mit der Minibauchstraffung. Sind größere Fettdepotreste vorhanden, kann mit Blick auf die Gewebeschonung auf eine klassische Bauchstraffung verzichtet und eine Fettschürzenentfernung durchgeführt werden.
Bild oben: erschlaffter Bauch infolge einer Schwangerschaft.
Die folgenden zwei Bilder zeigen den Bereich (aufgehellt), welcher im Rahmen einer großen Bauchstraffung entfernt wird. Der Verlauf der Narben ist in den Bildern weiß dargestellt:
1, Bauchstraffung in Form einer kleinen ‚Fleur de Lis‘- (senkrechte Narbe bis zum Bauchnabel)
2, Bauchstraffung mithilfe der großen ‚Fleur de Lis‘- (senkrechte Narbe bis über den Nabel)
Was ist bei einer Abdominoplastik unter ‚innerem Korsett‘ zu verstehen?
Im Falle einer Bauchstraffung muss berücksichtigt werden, dass bei einer Überdehnung des Gewebes sehr häufig auch die Bauchmuskulatur sowie die Bauchwand in Mitleidenschaft gezogen werden. Entsteht zwischen den beiden geraden Bauchmuskeln ein Spalt, hat sich zusätzlich zur Bauchhauterschlaffung eine sogenannte Rektusdiastase entwickelt. Diese Veränderungen lassen sich korrigieren, indem bei der Bauchstraffung zusätzlich ein ‚inneres Korsett‘ angefertigt wird. Dies geschieht durch eine bestimmte Nahttechnik, bei der nicht der Muskel erfasst wird, sondern lediglich seine feste Hülle. Dadurch kann eine innere Straffung in vertikaler und horizontaler Richtung erreicht werden.
Der Bauchnabel und seine Versetzung.
Bei der klassischen Bauchstraffung bzw. Bauchdeckenstraffung wird in der Regel auch der Bauchnabel operativ versetzt. Es gibt unzählige Beschreibungen von Techniken, die sich mit der neuen Platzierung des Nabels befassen. Vorrangiges Ziel jeder Technik ist es, dem neu zu platzierenden Bauchnabel ein möglichst natürliches Erscheinungsbild zu geben. Dieses Ziel erreichen allerdings nur wenige Techniken.
Die Neuformung des Bauchnabels gilt als einer der wichtigsten Aspekte bei einer Bauchstraffung, weil er sich nicht in der Kleidung verbergen lässt. Aus diesem Grund ist die Formung eines möglichst natürlich aussehenden Trichters so wichtig. Als gelungen gilt der neue Nabel, wenn der Operateur die entstehende Narbe so platziert, dass sie unsichtbar im Trichter des Nabels liegt.
Was versteht man unter der ‚Champagnerrinne‘?
Der Begriff ‚Champagnerrinne‘ beschreibt die Vertiefung zwischen der geraden Bauchmuskulatur. Da sie oft als besonders ansprechend oder sexy empfunden wird, kann sie auf Wunsch des Patienten im Zuge einer Bauchstraffung geformt werden.
Die obere Bauchstraffung – eine nur selten durchgeführte Korrektur.
Eine nur selten durchgeführte Technik ist die obere Bauchstraffung. Sie ist vor allem für Patienten geeignet, die beispielsweise gleichzeitig eine Bruststraffung und Brustverkleinerung durchführen lassen möchten. Die Linie des Schnittes in der Unterbrustfalte für die Brustverkleinerung wird dann auch gleichzeitig dazu verwendet, die Straffung des Bauches vorzunehmen. Der Chirurg zieht die Haut des Oberbauches nach oben, gemeinsam mit der sich darunter befindenden Fettschicht. Den Überschuss entfernt er auf Höhe der Falte an der unteren Brust. Ein großer Nachteil dieser Technik liegt aber in der Notwendigkeit der Vereinigung beider Unterbrustfaltenschnitte in der Mitte. Nur so lässt sich genügend Gewebe entfernen. Leider entstehen gerade am Brustbein sehr oft hypertrophe, wulstige Narben, selbst bei feinster Nahttechnik.
Befindet sich der Überschuss an Gewebe auch am Unterbauch, kann der Operateur die Technik in Kombination mit einer kleinen Unterbauchstraffung anwenden. In solchen Fällen ist es nicht notwendig, den Bauchnabel zu versetzen. In der Praxis wird eine Bauchstraffung in dieser Form nur in wenigen Situationen eingesetzt.